Waren Sie schon einmal in Schottland? Nein? Dann haben Sie sicherlich keine Ahnung, was „Haggis“ ist. Als das schottische Nationalgericht ist es im hohen Norden sehr beliebt und kommt traditionell zur Burns Nacht am 25. Januar auf den Tisch.

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Von Faszination bis Ekel – erste Reaktionen auf das Haggis

Das Außergewöhnlichste an Haggis ist wohl seine Zusammensetzung. Diese ruft besonders bei Feinschmeckern und Vegetariern Grauen und Entsetzen hervor, während sich bei weltoffenen Reisenden durchaus Neugierde breitmacht. Haggis besteht traditionell aus fein gehackten Schafseingeweiden wie Herz, Lunge, Leber und Zunge. Aufgrund der Zugabe von Talg, Zwiebeln und Hafermehl erhält das Ganze eine recht schwere Konsistenz, während reichlich schwarzer Pfeffer für den würzigen Geschmack sorgt. Dem nicht genug, ist diese Art Wurst in einen Schafsmagen gehüllt, die wie eine moderne synthetische Hülle wirkt. Bereits in der Antike kamen mit Innereien gefüllte Tiermägen oder -därme auf den Tisch: Durch die besondere Aufbewahrung bleiben die ansonsten schnell verderblichen Schlachtprodukte für einige Zeit haltbar. Wenn Sie Haggis heute in einem Supermarkt erwerben, müssen Sie den Schafsmagen natürlich nicht fürchten.

Haggis Macsween

Der Mythos lebt

Rund um das schottische Nationalgericht herrscht besonders in internationalen Kreisen einige Verwirrung: So ist das Haggis ebenfalls eine fiktive Kreatur der schottischen Folklore. Das in den Bergen wildlebende Tier habe unterschiedlich lange Hinterbeine, da es sich in ein- und derselben Richtung auf den Berghängen fortbewegt. In einer Umfrage unter 1.000 Schottland-Reisenden aus den USA im Jahre 2003 glaubten ein Drittel der Teilnehmer, Haggis sei tatsächlich ein Tier, aus dem das Nationalgericht zubereitet wird. 23% wollten sogar während Ihres Schottlandurlaubs ein Haggis selbst fangen. Ob die Legende des Haggis aus der vermeintlichen Not entstand, die wahren Zutaten zu verheimlichen und so das Gericht schmackhafter zu machen?

 

Gefeierte Hommage eines Poeten

Robert Burns

Im Rampenlicht steht das Gericht aus Schafsinnereien am 25. Januar, wenn ganz Schottland den Geburtstag des im 18. Jahrhundert zu Ruhm gelangten Dichters Robert Burns feiert. Dieser verfasste u.a. zahlreiche Lieder, Gedichte und Texte in dem Heimatdialekt Scots, so auch das Gedicht „Address to a Haggis“ von 1786. Familienoberhäupter und Wirte im ganzen Land lesen die berühmten Zeilen traditionsgemäß zur Burns Nacht vor. In der dritten Strophe (an’ cut you up wi’ ready slight) wird das Haggis aufgeschnitten, sodass sich die Innereien auf der Servierplatte verteilen. Dazu werden gestampfte bzw. pürierte Steckrüben und Kartoffeln gereicht. Beim Abgang darf natürlich ein schottischer Whiskey nicht fehlen.

Haggis

Urlauber können natürlich das ganze Jahr über in die Versuchung eines traditionellen oder auch modern-kreativen Haggis kommen. Und das Wagnis lohnt sich: Wer ein deftiges Haggis an einem kalten, dunklen Winterabend in einem nicht minder dusteren schottischen Heimambiente verkostet, spürt sogleich die wohlige Wärme, die sich im Körper ausbreitet. Also machen Sie Augen und Ohren zu, um sich nicht den Appetit verderben zu lassen, und schicken Sie Ihre Geschmacksknospen auf eine unbekannte Reise.

 

 

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