Haben Sie schon einmal von Juri Alexejewitsch Gagarin gehört? Der 1934 geborene sowjetische Kosmonaut war der allererste Mensch im Weltall. Die 106 Minuten, während derer er am 12. April 1961 mit dem Raumschiff Wostok 1 die Erde umrundete, machten ihn unsterblich. Der Pionierflug stand damals unter keinem guten Stern: Die Russen lagen technisch hinter den Amerikanern und hatten bei ihren Experimenten im Vorfeld so einige Verluste und Rückschläge einstecken müssen. Die Veranstalter des ersten bemannten Raumflugs rechneten mit einer 50/50-Chance, dass alles gut verlaufen würde. Gagarin hatte sogar eine Pistole mit im Gepäck – laut offiziellen Angaben sollte er damit nach seiner Landung wilde Tiere verscheuchen.

Gagarin_Capsule (Creative Commons)

Ein Wettlauf um die Zeit

Der Erfolg Gagarins sorgte für weiteres Feuer im Weltall-Wettstreit mit den USA: Bis 1965 schafften die Russen weitere Rekorde, umrundeten die Erde mehrfach und unternahmen sogar einen Weltraumspaziergang außerhalb des Raumschiffes. Doch dann kamen die erfolgreichen Gemini-Missionen der Amerikaner und die weltberühmte Mondlandung 1969. Das war knapp gewesen, immerhin hatte John F. Kennedy die „bemannte Mondlandung noch vor Ablauf des Jahrzehnts“ acht Jahre zuvor zum nationalen Ziel erklärt.

Seit 2001 feiern Weltall-Fans und Historiker-Freunde die zivilisatorische Errungenschaft in Form der „Yuri’s Night“ – in zahlreichen Städten rund um den Globus finden dazu Gedenkaktionen und Veranstaltungen statt.

Nicola Gypsicola (Creative Commons)

Welche Planeten eignen sich für eine Besiedlung?

Heutzutage erscheinen solche Rekorde fast schon lächerlich – immerhin denkt die Weltbevölkerung gerade nach, welchen Planeten sie nach der Zerstörung der Erde bevölkern können. Vor allem der Mars hat es den Möchtegern-Kolonialisten angetan. Immerhin ist der Planet ziemlich erdähnlich: Die Tage dauern 24 Stunden und 40 Minuten, seine Oberfläche entspricht fast der gesamten Landfläche der Erde, es gibt so etwas wie Jahreszeiten, eine dünne Atmosphäre besteht und das Vorhandensein von Wassereis ist nun auch endlich belegt. Allerdings stellt eine Marskolonialisation zahlreiche Herausforderungen. Menschen müssten aufgrund des sehr geringen Luftdrucks spezielle Anzüge tragen und sich irgendwie vor der hohen kosmischen Strahlung schützen. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur beträgt zudem zwischen -23°C und -140°C. So oder so wäre ein „Herumspazieren“ auf dem Mars also unmöglich. Durch „Terraforming“ könnte man die Lebensbedingungen auf dem Planeten zwar theoretisch verbessern, dies ist allerdings praktisch gesehen noch Zukunftsmusik.

OSIRIS Mars (Creative Commons)

Dennoch sorgte die private Initiative Mars One in vergangenen Jahren für Aufsehen: Schon im Jahr 2032 sollen Menschen auf dem Mars landen und dort eine dauerhaft bewohnbare Siedlung aufbauen – ohne jemals zurückzukehren. Unter den 100 bislang ausgewählten Astronauten befinden sich junge Science-Fiction-Fans aus aller Herren Länder. Allerdings wird das eher unrealistische Projekt von vielen als reiner Medienhype à la Big Brother abgetan.

Dann gibt es da noch unzählige weitere, erdähnliche Planeten, die erst kürzlich entdeckt wurden und jetzt intensiv erforscht werden müssen. Die meisten davon liegen jedoch mehrere Lichtjahre von uns entfernt, sind also schlichtweg unerreichbar.

nasa

Wie wäre es mit einer Orbit-Kolonisation?

Anstatt Planeten und Monde zu kolonisieren, ist es viel wahrscheinlicher und einfacher, dauerhafte Raumstationen im Orbit (also in der Umlaufbahn eines Himmelskörpers) zu installieren. Schon 1975 stellte die NASA die Weltraumkolonie Stanford-Torus vor, die Platz für mehr als 10.000 Bewohner schaffen soll. In einem riesigen, 130m breiten Wohnring gäbe es eine Art natürliches Flusstal mit Vegetation, Landwirtschaft, Häusern und Infrastruktur. Die zehn Millionen Tonnen an benötigtem Baumaterial müsse man größtenteils vom Mond gewinnen. Bis heute scheint eine Realisierung unmöglich.

nasa orbit

Wie wir es auch drehen und wenden – die Weltraumkolonisation ist noch weit entfernt. Der Gedanke, völlig frei und ungezwungen in der Natur herumzuspazieren und ferne Orte zu bereisen, scheint mit den Kolonisationsplänen unvereinbar zu sein. Wieso also schützen wir unsere Erde nicht einfach in dem Maße, dass wir niemals von ihr weg müssen?

Rainforest (Joshua Stitt)

 

 

Dieser Absatz wurde von einer 3. Partei verfasst. Die Meinung ist die des Verfassers und repräsentiert nicht unbedingt die Meinung von Research Now oder von Valuedopinions.de. Diese Informationen sind ohne Gewähr.

There are currently no comments.