Februar ist Filmezeit! Nicht nur, weil wir endgültig genug vom trüben Winterwetter und den eisigen Schneewanderungen haben und uns deshalb am liebsten auf den Sessel vor dem Fernseher verkriechen. Am 28. Februar schwebt auch ganz Hollywood im Filmefieber, denn dann steht die Oscar-Verleihung an. Dieses Jahr ist insofern besonders, da der Film „La La Land“ (Kinostart bei uns: 12. Januar) so viele Nominierungen einkassierte wie nur zwei Werke jemals zuvor. In sage und schreibe 14 Kategorien könnte sich die Musical-Romanze von Damien Chazelle die begehrte Trophäe schnappen. Weitere besonders häufig nominierte Filme sind:

Moonlight (8x)

Arrival (8x)

Manchester by the Sea (6x)

Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (6x)

Lion (6x)

Besonders erfreulich war die Entscheidung der Oscar-Jury, die deutsche Komödie „Toni Erdmann“ in den erlesenen Kreis der Nominierten (als bester fremdsprachiger Film) aufzunehmen. Als beste Schauspieler und Schauspielerinnen sind u.a. bekannte Größen wie Ryan Gosling, Viggo Mortensen, Emma Stone, Meryl Streep, Natalie Portman, Denzel Washington und Casey Affleck nominiert. Meryl Streep nimmt bereits zum 20. Mal an dem Rennen um die goldene Statue teil und stellte damit sogleich einen Rekord auf1.

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So funktioniert das Wahlsystem

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie die besten Filme weltweit überhaupt gewählt werden? Einheitlich bekannt ist nur, dass es zu den Oscars keine globale Zuschauerabstimmung gibt und eine gewisse „Jury“ diese ehrenwürdige Aufgabe übernimmt. Diese wird in fast jeder Dankesrede bei der Verleihung erwähnt – doch wer sind diese geheimnisvollen Stimmberechtigten?

Die Oscar-Jury besteht aus über 6.000 ausgewählten Filmbranchen-Experten, die hauptsächlich in den USA ansässig sind. Etwa die Hälfte davon ist noch aktiv mit dem Filmemachen beschäftigt, der Rest genießt bereits seine Hollywood-Rente. Dabei benennen Regisseure ihre Favoriten für die Kategorie „Beste Regie“, Schauspieler ihre Favoriten für die Kategorien „Bester Hauptdarsteller“ und „Bester Nebendarsteller“ und so weiter. Lediglich für die Mammutsauszeichnung „Bester Film“ dürfen alle Jury-Mitglieder Ihre Stimme abgeben. Sobald ein Film bzw. eine Person eine bestimmte Anzahl an Nennungen erhalten hat, wird er/sie in den Kreis der Nominierten aufgenommen. Die Firma PricewaterhouseCoopers stellt mittels komplexer Berechnungen sicher, dass es jedes Jahr genau fünf Nominierte pro Kategorie gibt.

Die Wahl der Sieger pro Kategorie sieht dann schon etwas einfacher aus: Alle über 6.000 Jury-Mitglieder wählen aus der Liste Ihre absoluten Favoriten aus.

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Rassismus bei den Oscars?

Die fast schon eintönige Zusammensetzung der Jury hat gerade in vergangenen Jahren starke Kritik erhalten. Eine Studie der Zeitung The Los Angeles Times ergab, dass die Oscar-Wähler im Durchschnitt 63 Jahre alt sind. 76% davon sind männlich und 94% weißer Hautfarbe2. Diese Erkenntnis, zusammen mit der zunehmenden Beobachtung, dass afroamerikanische Werke von der Wahl ausgeschlossen zu sein scheinen, gab mächtig Zündstoff für eine neuerliche Rassismus-Debatte in den USA. 2016 war der Hashtag #OscarsSoWhite in aller Munde. Als Reaktion darauf wurde seitens der Akademie angekündigt, dass die Auswahl der Stimmberechtigten leicht abgeändert werden solle. Ziel war, dass mehr junge und weibliche Filmschaffende sowie Angehörige ethnischer Minderheiten ihre Meinung abgeben. Immerhin scheint die neuerliche Reformation Früchte zu tragen: Dieses Jahr sind sechs dunkelhäutige Schauspieler/innen nominiert – so viele wie niemals zuvor. Einige der nominierten Dokumentarfilme stammen ebenfalls von Dunkelhäutigen3.

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Stimmen auch Sie über relevante Themen ab

Okay, für die Oscars werden Sie wohl nie abstimmen dürfen. Dafür gibt es eine Menge anderer Themen, bei denen Ihre ganz persönliche Meinung und Expertise gefragt ist. Das Umfragen-Portal Meinungsstudie lädt seine Mitglieder regelmäßig dazu ein, an neuen Studien im Bereich Medien, Technologie, Gesellschaft, Haushalt, Lifestyle usw. mitzumachen. Als Dankeschön werden Sie für abgeschlossene Umfragen sogar bezahlt, und zwar in Form von wertvollen Gutscheinen.

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